Auch wenn die Zahl der Privatinsolvenzen immer weiter sinkt, sind so viele Menschen, wie nie, verschuldet. Dies liegt nicht nur daran, dass sie über ihre Verhältnisse leben, sondern auch, dass das Gehalt oftmals einfach hinten und vorne nicht reicht, manchmal sogar nicht einmal für einen Kurzurlaub. Doch auch die Arbeitsplatzphilosophie vieler Unternehmen macht den Verbrauchern zu schaffen. Denn sicher ist heute kein Arbeitsplatz mehr. Insbesondere in den höheren Positionen wird kontinuierlich alle zwei Jahre gewechselt, um mehr Kontakt, mehr Ansporn und mehr Gewinn zu erzielen. Dass der Arbeitnehmer dabei auf der Strecke bleibt, ist leider der Nachteil. Aber auch Unternehmen haben immer mehr mit nicht zahlenden Kunden zu kämpfen und schnell kann so eine Firma ins Schleudern geraten, wenn die Rücklagen immer weiter schrumpfen.

Die Vorreiter der Privatinsolvenzen liegen im Norden

Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein sind die Vorreiter im ersten Halbjahr und sind leider die Insolvenzhochburgen in Deutschland. Die Zahl der Privatinsolvenzen ist zwar im ersten Halbjahr auf 45.145 gesunken, dennoch sind die Nordlichter noch ganz oben dabei. Selbst wenn es jetzt der siebte Rückgang infolge ist, wie aus der Studie der Wirtschaftsauskunftdatei CRIFBÜRGEL hervorgeht, leiden die Menschen im hohen Norden besonders und sehen oftmals keinen anderen Ausweg, wie eine Privatinsolvenz.

Insbesondere Bremen ist stark betroffen, da es hier mit 81 Privatinsolvenzen auf 100.000 Bürger die höchste Zahl gab. Gefolgt von Hamburg mit 77 Privatinsolvenzen auf 100.000 Einwohner und Schleswig-Holstein mit 75 Privatinsolvenzen auf 100.000 Einwohner. Der Durchschnitt in Deutschland lag bei insgesamt 55 Privatinsolvenzen pro 100.000 Bürger.

Dennoch konnten sie die Nordlichter verbessern und Bremen beispielsweise 45 Prozente weniger Fälle verzeichnen. Auch Schleswig-Holstein konnte ein minus von 27,9 Prozent nennen.

Hessen hingegen konnte mit nur 40 Privatinsolvenzen pro 100.000 Einwohner einen deutlichen Sprung machen. Im Vergleich zum Vorjahr waren es hier 30,4 Prozent weniger Insolvenzen. Der gesamte Bundesdurchschnitt lag bei 13,2 Prozent.

Männer gehen öfter in die Privatpleite

Privatinsolvenzen sind, warum auch immer, ein männliches Phänomen. Denn mit 59,1 Prozent sind beherrscht die Männerwelt den ersten Platz der Insolvenzen. Eigentlich kaum zu glaube, da Männer eher rational sind und die Frauen doch für ihre Einkauftouren bekannt sind. Man muss aber auch sehen, dass die Männerspielzeuge, wie etwa Autos, Urlaub mit dem besten Freund des Menschen, Fernseher und auch Hightech-Geräte um ein Vielfaches teuer als Schuhe oder Bekleidung sind. Vielleicht liegt hier der Grund, warum sich so viele Männer in die Schuldenfalle stürzen. Wie aber bereits oben erwähnt, fühlen sich viele noch sicher im Job, nehmen einen Kredit oder Kleinkredit auf und werden schnell eines besseren belehrt. Gerade ein neues Auto geleast, flatter die Kündigung ins Haus, weil eben einfach jemand gefunden wurde, der weniger Lohn bekommt. Gerade diese unsicheren Arbeitsverhältnisse und die daraus resultierende Arbeitslosigkeit machen den Männern das Leben schwer und bringen sie immer wieder in eine solche Situation.

Kredite müssen auch bei Arbeitslosigkeit bezahlbar sein

Um sich vor einer Privatinsolvenz zu schützen, sollte jeder Kreditnehmer durchrechnen, ob sich die Zahlung der Kredite auch noch bei einer Arbeitslosigkeit problemlos durchführen lässt. Nur so kann man der Schuldenfalle entgehen und sich beispielsweise neu einrichten oder auch eine Renovierung starten. Wer sich nicht sicher ist, sollte lieber die Raten so gut es geht nach unten schrauben, um nicht am Ende eine Insolvenz einreichen zu müssen.

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